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Konya, Mevlana – Museum
Generaldirektion für Gemälde und Museen
KONYA - MEVLANA-MUSEUM
Der
Standort von Mevlanas Derviş Kloster, das Heute als Museum genutzt wird, wurde,
als es noch ein Rosengarten des seldschukischen Palastes war, vom Sultan
Alâeddin Keykubad dem Sultânü‘l-Ulema Bâhaeddin Veled, Vater von Mevlana,
geschenkt.
Als Sultânü‘l-Ulema am 12 Januar 1231 verstarb, wurde er an seiner heutigen
Stelle im Mausoleum (Türbe) bestattet. Diese Bestattung ist die erste im
Rosengarten.
Wenn auch nach dem Tod des Sultânü‘l-Ulema einige ihm nahe stehenden sich an
Mevlana wandten und mitteilten, sie wollen über dem Grab seines Vaters ein
Mausoleum errichten, so lehnte Mevlana diese Bitte mit den Worten: "Gibt es denn
ein besseres Mausoleum als den Himmel" ab. Allerdings, als er selbst am 17
Dezember 1273 starb, hat der Sohn Mevlanas, Sultan Veled, den Wunsch derjenigen,
die auf dem Grab von Mevlana ein Mausoleum errichten wollten entsprochen. Das "Kubbe-i
Hadra" (grüne Kuppel) genanntes Mausoleum, auf vier dicke Säulen errichtet,
wurde für 130.000 seldschukische Drachmen dem Architekten Tebrizli Bedrettin in
Auftrag gegeben. Ab diesem Datum fanden die Bauarbeiten nie ein Ende, die
Arbeiten dauerten bis zum Ende des 19. Jh.s in Teilabschnitten fort.
Kloster der Derwischorden und das Mausoleum wurde im Jahre 1926 unter dem Namen
„Konya Âsâr-ı Âtîka Museum“ als Museum dem Dienst aufgenommen. Im Jahre 1954
wurde die Ausstellung und Ordnung des Museums erneut durchgesehen und der Name
des Museums wurde in „Mevlana Museum“ umgeändert.
Als das Museumsgelände 6.500 m2 betrug, wurde die momentane Stelle verstaatlicht
und erreichte zusammen mit dem Rosengarten eine Gesamtfläche von 18.000 m2.
Über den „Derwisch Tor“ gelangt man in den Hof des Museums. Nördlich und
westlich des Hofes erstrecken sich die Derwischzellen. Die Südseite geht nach
den Mausoleen Matbah und Hürrem Pascha mit dem zum Üçler Friedhof führenden
Hâmûşân (Schweigenden) Tor zu Ende. Östlich des Hofes befinden sich neben den
Mausoleen von Sinan Pascha, Fatma Hatun und Hasan Pascha die Semahane (großer,
runder Saal der Mewlewi-Klöster) und eine kleine Moschee sowie das Hauptgebäude,
wo die Gräber Mevlanas und seinen Familienangehörigen sind.
Die im Jahre 1512 von Yavuz Sultan Selim erbaute Brunnenanlage mit Überdachung
zur rituellen Waschung und der Brunnen „Şeb-i Arûs“ sowie nördlich des Hofes
gelegene und Selsebil benannte Laufbrunnen bereichern den Hof.
Tilavet (Koran rezitier) Raum
Tilavet
ist ein arabisches Wort und bedeutet, den Koran mit einer schönen Stimme dem
Takt passend zu lesen. Da in der Vergangenheit in diesem Raum Koran gelesen
wurde, ist es Tilavet Raum benannt worden. Zurzeit wird es als kalligraphischer
Raum benutzt.
Im kalligraphischen Raum werden neben Schrifttafeln berühmter Kalligraphen ihrer
Zeit wie Mahmud Celaleddin, Mustafa Rakım, Hulusi, Yesarizade auch ein goldenes
Relieftafel, das von Sultan Mahmud II. geschrieben worden ist.
In dem über der Silbertür ausgestellten Vers von Yeserizade Izzet Efendi steht
folgendes geschrieben. Diese Schrifttafel gehört eigentlich der Molla Moschee.
Kabetü‘l-uşşâk bâşed in mekam
Her ki nakıs amed incâ şod temam
(Diese Stätte ist die Kaaba (Wallfahrtsort) der Verliebten.
Wer hierhin kommt mit Mängel, wird vervollkommnet werden.
Huzûr-ı Pir (Mausoleum)
Zum Saal des Mausoleums wird über die Silbertür gelangt, die Hasan Pascha, Sohn
von Sokullu Mehmet Pascha, im Jahre 1599 hat erbauen lassen. In den hier
befindlichen zwei Vitrinen werden die ältesten Ausgaben der berühmtesten Werke
von Mevlana, Mesnevi und Divan-ı Kebir ausgestellt. Der Saal des Mausoleums wird
von drei kleinen Kuppeln überdacht. Die dritte Kuppel wird Post Kubbe benannt
und grenzt in nördlicher Richtung an die "Grüne Kuppel."
Der Saal des Mausoleums ist im Osten, Süden und Norden von einer ziemlich hohen
Mauer umgeben. In der im Norden in zwei Teilen befindlichen Mauer sind
Holzsarkophage von 6 Horasansoldaten. Direkt an der Fußspitze der
Horasansoldaten wird, der für den Ilhanlı Herrscher Ebu Said Bahadır Khan
angefertigte Verlobungsstein ausgestellt.
Zwei der hier vorhandenen Tafeln sind sehr wichtig, dass dadurch sie die
Philosophie und Denkart von Mevlana erklären. Die erste Tafel ist in türkischer
Sprache:
"Gebe dich entweder so wie du bist,
Oder sei so wie du dich gibst"
H. Z. Mevlana (St. Mevlana)
Die 2. Tafel ist ein Vierzeiler Mevlanas in persischer Sprache. Die türkische
Übersetzung lautet:
"Komm, komm, wer du auch immer bist, komm!
Ob Ungläubiger, Parse, oder Götzenanbeter, komm!
Unser Orden ist kein Orden der Hoffnungslosigkeit.
Wenn du auch hundertmal dein Gelöbnis gebrochen hast, so komm trotzdem!"
H. Z. Mevlana
Auf dem hohen Wall, der den Saal des Mausoleums im Osten und Süden umgibt,
befinden sich 55 Gräber von Verwandten Mevlanas und seines Vaters Bahaeddin
Veled, wovon 10 Frauengräber sind, und 10 Gräber von hohen Würdenträgern wie
Hüsameddin Çelebi, Selahaddin Zerkubi und Scheich Kerimüddin, also insgesamt 65
Gräber. Auf die Gräber der Damen sind keine den Derwischen eigene
Filzkopfbedeckung angebracht.
Direkt unter der “Grünen Kuppel” befinden sich die Gräber Mevlanas und seines
Sohnes Sultan Veled. Die Doppelgewölbte Grabschutzplatte auf den Gräbern hat im
Jahre 1565 Sultan Süleyman der Prächtige anfertigen lassen. Das auf den
Grabschutzplatten befindliche Gold- und Silberbestickte Decke ließ im Jahre 1894
Sultan Abdülhamid der II. anfertigen.
Die hölzerne Grabschutzplatte, von der behauptet wird, dass „der Vater sich
aufgerichtet hat, als der Sohn kam“ ist ein seldschukischer Meisterwerk, das im
Jahre 1274 für Mevlana gebaut wurde. Als Süleyman der Prächtige im Jahre 1565
eine neue Marmorplatte anfertigen ließ, wurde die hölzerne Schutzplatte hier
entfernt und auf dem Grab des Vaters von Mevlana gelegt, der keine Schutzplatte
hatte.
Semâ-hâne
Die Semahane (großer, runder Saal der Mewlewi-Klöster) wurde zusammen mit der
kleinen Moschee im XVI. Jh. durch Sultan Süleyman dem Prächtigen erbaut. Die
Sema (Tanz der Derwische) in der Semahane dauerte bis 1926 an, bis das Kloster
zu einem Museum umfunktioniert wurde. Während die Naat (Lob) Pult und
Musikantenecke sowie abgeteilte Loge für Damen und Herren der Semahane in
Original verwahrt werden, werden Teppiche an den Wänden der Semahane und in
Vitrinen befindliche Metal und Holzwerke sowie Musikinstrumente der Mewlewiten
ausgestellt.
Mescid (Kleine Moschee)
Über das Çerağ-Tor wird in den Mescid gelangt. Ferner sind von der Huzûr-ı Pir,
wo sich Gräber befinden, und von der Semahane sind kleine Übergänge vorhanden.
Die hier befindliche Muezzin-Loge und Mesnevihan Pult werden in Original
verwahrt.
An der Südwand der kleinen Moschee werden sehr wertvolle Teppiche und Muster von
Holtüren, in 10 Vitrinen innerhalb der Moschee sehr wertvolle Bände,
Kalligraphien und Muster Goldverzierungen ausgestellt.
Abteilung Teppiche und Textilien - Derwischzellen
Die
West und Nordrichtung des Vorderhofes des Mevlana Klosters sind von jeweils mit
einer kleinen Kuppel und Schornstein ausgestatteten 17 Zellen umgeben. Diese
Zellen wurden im Jahre 1584 vom Sultan Murat III. Als Unterkunft für die
Derwische errichtet.
Vier dieser Zellen, rechts am Eingangstor, werden zurzeit als Schalter und
Verwaltungsgebäude benutzt. Die ersten zwei der restlichen, links am Eingangstor
befindlichen 13 Zellen werden als Postnischen (Abt) und Mesnevihan Zellen mit
ihren originalen Gegenständen ausgestellt.
Die letzten zwei Zellen sind unserem Museum gestifteten Büchern vom verstorbenem
Abdülbaki Gölpınarlı und Dr. Mehmet Önder reserviert. Diese Zellen werden
zurzeit als Bibliothek benutzt.
Durch die Entfernung der Zwischenwände der restlichen 9 Zellen wurden zwei große
Korridore erhalten. In einem dieser Korridore werden historische Teppiche aus
Regionen wie Kula, Gördes, Kırşehir ausgestellt. Im anderen Korridor werden
gewebte, historische Teppiche ausgestellt, die den Regionen der Provinz Konya
angehören wie Ladik, Karaman, Karapınar Sille.
In die Fenster und Türaussparungen eingelassene Vitrinen werden der Mewlewi-
Ethnographie gehörende historische Gegenstände wie Marktzange, Kissen, Krücken,
Horn, die vom Kloster in das Museum gebracht worden sind, und sehr wertvolle
Textilien aus Bursa ausgestellt.
Küchenteil
Die Küche befindet sich in der Südwestecke des Museums, sie wurde im Jahre 1584
durch Sultan Murat der III. erbaut. Bis das Kloster im Jahre 1926 zu einem
Museum umgewandelt wurde, wurde hier der Speisebedarf gedeckt.
Nach den Reparaturarbeiten im Jahre 1990 wurde die Ausstellung und Aufstellung
dieses Teiles mit Schaufensterpuppen neu geregelt. Die eigentliche Aufgabe der
Küche, die Anfertigung von Speisen und speisen an der Somat benannter Tafel
werden hier mit Schaufensterpuppen dargestellt. Auch wurde versucht
darzustellen, wie der Mewlewi- Wärter auf dem Fell sitzt, der Mewlewi Scheich
dem Mewlewi -Derwischeswärter die Sema üben lässt.
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Konya - Museen und Ruinenstätten
Generaldirektorat für Gemälde und Museen
KONYA - MUSEEN UND RUINENSTÄTTEN
Konya Ereğli- Museum:
Das
im Jahre 1968 eingerichtete Museum von Eregli beherbergt 8096 Kulturschätze. Die
durchschnittliche Zahl der Besucher beläuft sich jedes Jahr auf 10900. Trotz des
Vorhandenseins einer weit angelegten, offenen Ausstellungsfläche aber sind die
Schätze des Museums in geschlossenen Räumen zur Besichtigung freigegeben.
Im Eregli- Museum sind beginnend mit dem Jahr 7000 v. Chr. die gesamten in der
Neusteinzeit aufgetretenen Zivilisationen vertreten. Die in der antiken Stadt
Herakleia und ihrer Umgebung gefundenen Kulturschätze sind in diesem Museum
ausgestellt. Dem Neolithikum zugehörige, bei Ausgrabungen in Can Hasan gefundene
Handäxte, Wandfresken, Handmühlen, Grabgeräte und Tongefäße, dem Kalkolithikum
zugerechnete Polychrome Tongefäße und Wirteln, der neuen Bronzezeit zugerechnete
Tier- und Menschenfiguren, Pfeilspitzen, Siegel und Handäxte, den assyrischen
Handelskolonien zugerechnete bauchige Wasserkrüge und Idole, aus der
Hettiterzeit stammende Obstschalen und Salzgefäße aus Ton, runde und
Stempelsiegel, Skarabäen, Tontafeln in Hieroglyphen- und Keilschrift, der
phrygischen Periode zugehörende Fibula, Krüge mit schnabelförmigem Mundstück,
Phiolen, des weiteren aus der hellenistischen Periode stammende Lekythen, als
Schatz von Herakliea bezeichnete Silbermünzen aus Athen und
Goldblattverzierungen, Bauteile, Grabsteine, Menschen- und Tierfiguren aus der
römischen Periode, Bauwerksteile und goldene Christogramme aus der
byzantinischen Periode, der Zeit der Seldschuken und Karamanogullari
zugerechnetes glasiertes Geschirr und Stuckverzierungen, ferner eine der
osmanischen Periode angehörende Brauttruhe aus Roggenhalmen, handgeschriebene
und mit Goldauflage verzierte Korans, Waffen sowie handgewebte Teppiche und
Wandteppiche sind zur Gänze im Museum zu bewundern.
Desgleichen stellt das Museum so seltene Werke wie das der späten Hettiter- Zeit
zugehörige Ivriz- Felsenmonument, vergoldete Teile eines Holzsarges, der der
hellenistischen Zeit zugerechnet wird und im Grabhügel von Göztepe gefunden
wurde, sowie Goldmünzen aus Ephesus aus.
Adresse : Boyacıali Mahallesi
Bulvar Caddesi No : 16
Telefon-Fax : 713 45 92
Ereğli / KONYA
Archäologisches Museum:
Hier wurde ein archäologisches Museum das erste Mal im Südwest-Winkel der
gemischten Mittelschule im Jahr 1901 eingerichtet. Im Jahre 1927 wurden die hier
gelagerten Kulturschätze zwecks Nutzung geeigneter Ausstellungsräume zuerst in
das Mevlana- Museum, dann im Jahre 1953 in die Iplikci- Moschee verbracht. Das
heutige Museum wurde 1962 errichtet.
Das Museum stellt beginnend mit der neolithischen Periode Werke der frühen und
mittleren Bronzezeit (assyrische Handelskolonien), der klassischen Eisenzeit
(Phrygier, Urartu), der hellenistischen, römischen und byzantinischen Periode
aus.
I. Ausstellungsraum prähistorischer Werke :
1. Werke der Neusteinzeit (6500-5300 v. Chr.) :
Neben
den bei Ausgrabungen in Erbaba, Süberde und Catalhöyük gefundenen Werken der
Neusteinzeit finden sich in diesem Raum von Hand hergestellte Tongefäße sowie
aus Obsidian und Feuerstein gefertigte Pfeil- und Speerspitzen.
2. Werke der frühen Bronzezeit (3000-1950 v. Chr.) :
Die dieser Periode zugerechneten Stücke wurden im Allgemeinen bei Ausgrabungen
in Sizma und Karahöyük gefunden. Desgleichen sind aus der Gegend des
Beysehir-Sees stammende, für die Seenregion typische Charakteristika aufweisende
Gefäße zu bewundern, die in einem gerippten Stil gefertigt wurden.
3. Mittlere Bronzezeit, Periode der assyrischen
Handelskolonien (1950-1750 v. Chr.) :
Diese Gruppe umfasst Funde aus den seit 1952 in der Umgebung Konya systematisch
durchgeführten Grabungen, u. a. auf der Tonscheibe hergestellte Tongefäße in den
unterschiedlichsten Formen, die Form von Weintrauben aufweisende Lampen,
tiergestaltige Tongefäße, Armreifen aus Bronze und Zylindersiegel.
II. Ausstellungsraum der Werke aus der Eisenzeit :
1. Werke der Eisenzeit (8.-6. Jh. v. Chr.) :
Dieser Raum stellt Funde wie die im Alaaddin-Hügel bei Konya gefundene Teile von
phrygischem Tongeschirr, die mit Figurenmotiven verziert sind, aus, des weiteren
der phrygischen Periode zugehöriges bemaltes Tongeschirr in verschiedenen
Formen, das aus Kicikisla, einem 20 km nördlich des zu Konya gehörigen Distrikts
Karapinar, herstammt, ferner Bronzefibeln der Urartu- Periode, die mit
figürlichen Abbildungen geschmückt sind.
Aus Kicikisla stammen neben Gefäßen der phrygischen Periode ebenfalls der
lydischen Periode zugehörige bemalte Gefäße, die in verschiedenen Formen aus Ton
hergestellt worden waren.
2. Klassische Eisenzeit (480-330 v. Chr.) :
Hierbei handelt es sich um Funde, die bei den Ausgrabungen in Kicikisla gemacht
wurden, u. a. mit glänzender schwarzer Farbe bemalte Kylixe und Lekythos sowie
um mit einem schwarzen Oberflächenrelief in Figurenform bearbeitete Oinokhoe.
3. Werke der hellenistischen Periode (330-30 v. Chr.) :
Diese
Sammlung enthält verschiedenförmige, mit glänzendem Überzug versehene Teller und
Schüsseln sowie eine Gefäßscherbe, die in Relieftechnik gearbeitet ist.
4. Bronzestatuen der römischen Periode (30 v. Chr.-395 n.
Chr.) :
Dieser Schaukasten zeigt aus Bronze gefertigte Statuen des Hermes, des Eros und
verschiedener Stiere, die alle der römischen Periode zuzurechnen sind.
III. Ausstellungsraum für Werke der römischen Periode :
1. Werke der römischen Periode (30 v. Chr.-395 n. Chr.) :
Aus dieser Zeit finden sich als hier ausgestellte Stücke ein mit Säulen
verzierter Marmorsarg des Herakles der Art Sidemara, der im Yunuslar Dorf des
Distrikts Beysehir gefunden wurde (250-260 n. Chr.), mit Säulen verzierter, der
Sidemara Art entsprechender Marmor, der in der Konya Nekropole gefunden wurde,
ferner mit Girlanden verzierter Marmor des Pamphylia Typs, des weiteren neben
Steinsärgen der römischen Periode aus dem 2.-3. Jh. n. Chr. eine
Poseidon-Statue, Tonsärge, der gleichen Periode zugehörige Lampen aus Ton (sind
in den horizontalen Vitrinen ausgestellt), Parfümflakons, Riechfläschchen aus
Glas, Duftstoffbehälter, Versuchsröhrchen, Gläser, Wasserkrüge und Armreifen aus
Glas, goldene Ringe und Ohrringe, aus Edelsteinen gearbeitete Ringfassungen, ein
Kamm aus Elfenbein und Manikürgeräte.
2. Werke der byzantinischen Periode (395-1453 n. Chr.) :
Das Museum stellt Fußbodenmosaiken aus, von denen das eine
bei im Jahre 1990 in Sille, Tatköy gemachten Ausgrabungen in der Kirche von
Tatköy gefunden wurde; hierbei handelt es sich um ein 6.30 x 3.50 m großes
Fußbodenmosaik, das in das 6. Jh. n. Chr. zu datieren ist.. Das andere stammt
aus in den Jahren 1991 und 1992 gemachten Ausgrabungen in der Kirche von Cumra,
Alibeyhöyük. Ein weiterer Schaukasten zeigt bronzene Türklopfer, Kesselgriffe,
Reliquien, Kreuze, Markierungssteine und Pfeilspitzen, die alle der
byzantinischen Periode zuzurechnen sind.
IV. Im Garten ausgestellte Werke :
1. In den Umgängen aufgestellte Kulturschätze :
Der Umgang an der Tür des Museums zeigt steinerne oder marmorne Teile von
Bauwerken der byzantinischen Periode, die bei Ausgrabungen in Sille und Konya
gefunden wurden, Grabsteine sowie der römischen Periode (2.-3. Jh. n. Chr.)
zugehörige Grabstelen.
2. Im Vorgarten befindliche Werke :
Im Vorgarten sind steinerne und marmorne Statuen der römischen Periode (2.-3.
Jh. n. Chr.), Stein- und Holzsärge sowie Grabstelen, Urnen, Grablöwen, Kapitelle
und Inschriften ausgestellt. Die wichtigsten dieser Inschriften zeigen den
Besuch des Apostels Paulus in den Städten Iconium (Konya), Derbe und Lystra an.
Atatürk-Museum :
Das im Jahre 1912 an der heutigen Atatürk-Straße errichtete zweistöckige
historische Gebäude wurde aus behauenen Steinen, Bruchstein und Ziegeln gebaut.
Das im Jahre 1923 auf das Schatzamt eingetragenes Haus wurde als Gouverneurssitz
genutzt, jedoch bei den Besuchen Atatürks in Konya immer für ihn reserviert. Die
Stadtverwaltung von Konya kaufte das Haus im Jahre 1927 vom Schatzamt und
widmete es am 19.7.1928 Atatürk als ein Geschenk der Bürger von Konya, die auf
diese Weise ihren Dank zum Ausdruck bringen wollten. Die Eintragung im Grundbuch
lautet: "Ein Geschenk der Bürger von Konya an den Staatspräsidenten Gazi Mustafa
Kemal Pascha". 1940 kaufte die Verwaltung von Konya das Haus zu einem
symbolischen Gegenwert und ließ es erneut als Gouverneurssitz einrichten. Bis
1963 war das Gebäude ständiger Sitz des Gouverneurs der Provinz Konya.
Im
Jahre 1963 wurde das Gebäude an das Ministerium für Nationale Erziehung
übergeben und im Anschluss daran restauriert. Ein Jahr später, am 17. Dezember
1964, wurde es unter dem Namen "Atatürk-Haus und Kulturmuseum" für Besucher
geöffnet.
Auf Wunsch der Direktion des Provinz- Gratulationskomitees wurde das
Atatürk-Haus aus Anlass des 100. Geburtstages Atatürks seitens der
Generaldirektion für Antiken und Museen beim Ministerium für Kultur und
Tourismus restauriert und einer Neuordnung der Ausstellungsräume unterzogen. Am
17. April 1982 wurde es unter dem Namen "Atatürk-Museum" eröffnet. Bei der
Einrichtung des Museums wurden die Charakteristika des als Haus genutzten
Bauwerkes nicht außer Acht gelassen, was aus diesem Grunde keine Veränderung der
architektonischen Besonderheiten nach sich zog.
Das Museum zeigt in Dokumenten und Fotografien den Befreiungskrieg und die
Rolle, die die Bürger von Konya dabei gespielt haben. Bei der im Unter- und
Obergeschoß des Museums gezeigten Ausstellung wird versucht, unter Benutzung von
Wandtafeln und Schaukästen eine Einheit herzustellen. Das Erdgeschoß zeigt die
Besuche Atatürks in Konya in der vor-republikanischen Periode anhand von Bildern
und Dokumenten.
Die Wandtafeln bringen uns die Besuche Atatürks in Konya näher und stellen seine
im Gästehaus erstellten Notizen und Tagebücher sowie Fotografien und
Zeitungsausschnitte aus. In den Schaukästen sind einige von Atatürks
Kleidungsstücken sowie verschiedene Einrichtungsgegenstände zu sehen, die dieser
bei seinen Aufenthalten stets benutzte.
Karatay- Museum (Museum für Keramikfliesen) :
Das Museum (eine frühere Koranschule) befindet sich im Distrikt Karatay im
Bezirk Ferhuniye nördlich des Aladdin-Hügels an der Gerichtsstraße.
Die Karatay- Koranschule wurde im Jahre 1251 zur Herrschaftszeit von Sultan
Izzeddin Keykavus II. vom Heerführer Celaleddin Karatay errichtet; jedoch ist
ihr Bauherr nicht bekannt. Das zur Osmanenzeit als Koranschule genutzte Gebäude
wurde zu Ende des XIX. Jh. aufgegeben.
Die Koranschule ist aus Sille- Stein in der Form einer "geschlossenen
Koranschule" errichtet; in ihr wurden in der seldschukischen Periode Hadis
(Prophetenüberlieferung) und Koranauslegung gelehrt. Sie besteht nur aus einem
Stockwerk. Der Eingang befindet sich an der Ostseite und kann mit Hilfe einer
aus hellblauem und weißem Marmor gefertigter Tür verschlossen werden. Die Tür
ist ein meisterliches Beispiel für die Steinmetz- Kunst zur Zeit der
Seldschuken. Sie ist mit Inschriften und unterschiedlichen Ausschmückungen
überzogen. Über der Tür sind Inschriften angebracht, die sich auf den Bau dieser
Koranschule beziehen. Die Türoberflächen sind ferner mit ausgewählten Versen aus
dem Koran und Hadisen in Relieftechnik verziert.

Vom Haupttor aus gelangt man zuerst in einen früher mit einer Kuppel überdachten
(und heute unbedeckten) Innenhof und von dort aus durch eine andere Tür in das
eigentliche Gebäude der Koranschule. Der Hauptraum der Koranschule ist von einer
Kuppel überdacht, deren Mitte ein Leuchter ziert und die zur Ganze mit
Mosaik-Keramikfliesen überzogen ist. Die Trommeln der Kuppel, die am oberen Rand
der Wände entlanglaufenden Bordüren und die auf den zu den einzelnen Zimmern
führenden Türen angebrachten Paneele zieren Koranverse. Auf dem an der
Westfassade des Gebäudes angebrachten Bogen der mit fünf Gewölben überdachten
Vorhalle finden sich die "Basmala" und der Thronvers. In den Dreiecken
schließlich, die das Übergangselement zur Kuppel darstellen, sind die Namen der
Propheten Mohammed, Jesus, Moses und David, weiterhin die der vier Kalifen (Abu
Bekir, Ömer, Osman und Ali) eingraviert. Das zur linken Hand der Vorhalle
befindliche überkuppelte Zimmer ist das Grabmal von Celaleddin Karatay.
Ein großer Teil die die Wände der Koranschule bedeckenden Mosaikfliesen sind
bereits von den Wänden heruntergefallen. Die bei der Herstellung dieser Fliesen
benutzten Farben sind vor allem türkis, dunkelblau und schwarz.
Die Karatay- Koranschule, die hinsichtlich der Keramikfliesen-Herstellung in der
Periode der anatolischen Seldschuken eine bedeutende Rolle spielt, wurde im
Jahre 1955 als "Keramikfliesen-Museum" für Besucher geöffnet.
Die dort ausgestellten Werke gehören der anatolischen, der seldschukischen und
der osmanischen Periode an. Die im Grabmal des Celaleddin Karatay sowie in den
südlich davon gelegenen Zellen der hiesigen Studenten gefundenen Fliesen stammen
wahrscheinlich ebenso wie die hier ausgestellten Stuckverzierungen,
Keramikteller, Lampen und unverglaste Keramiken aus dem Palast von Kubad-Abad,
der auf Befehl von Sultan Alaaddin Keykubad I. errichtet wurde. Nach Hinweisen
von Ibrahim Hakki Konyali und Prof. Dr. Osman Turan, nach denen dieser Palast in
der Umgebung von Beysehir zu lokalisieren sei, gelang es dem Direktor des
Museums von Konya, Zeki Oral, im Jahre 1949 den Ort des erwähnten Palastes
aufzufinden. Der Palast von Kubad-Abad, der im Anschluss an die im Jahre 1952
unter der Leitung von Zeki Oral, in den Jahren 1965-66 unter der Leitung von
Katharina Dorn und im Jahre 1967 unter Leitung von Mehmet Önder gemachten
Sondierungen und Ausgrabungen über lange Zeit hinweg sich selbst überlassen
wurde, erfuhr im Jahre 1980 ein erneutes Interesse seitens Prof. Dr. Rüchan
Arik, die wiederum an dieser Stelle mit systematischen Ausgrabungen begann. Die
aus dem Palast von Kubad-Abad stammenden Keramikfliesen sind kreuz- oder
halbkreuzförmig, achteckig, sternförmig und quadratisch gefertigt; sie wurden
unter Verwendung von Lüster- und Unterglasurtechnik hergestellt. Aus
seldschukischer Zeit stammende Überreste von Fliesen sowie in die seldschukische
und osmanische Periode gehörendes Keramikgeschirr sind in der Vorhalle
ausgestellt. Der unter der Kuppel befindliche Raum zeigt uns Glasteller und
Teile von Keramikfliesen aus der seldschukischen Periode, Deckenverzierungen der
Esrefoglu- Moschee in Beysehir und weitere, in die osmanische Periode zu
datierende Keramiken.
Museum der Sircali- Koranschule (Grabmonumenten- Museum) :
Dieser Bau wurde in seldschukischer und osmanischer Zeit als Koranschule
genutzt. Die Studentenzellen der seit dem 16. Jh. verlassen daliegenden
Koranschule sind inzwischen verfallen; im 19. Jh. wurde aber der Unterricht in
eigens dazu aus Ziegeln errichteten Studentenzellen wieder aufgenommen.
Im Jahre 1954 erfuhr die Koranschule ein weiteres Mal eine Restauration, wonach
sie im Jahre 1960 als an das Museum in Konya angegliederte Abteilung für
Grabmonumente für Besucher geöffnet wurde. Im Jahre 1969 wurde sie seitens des
Ministeriums für Kulturelle Angelegenheiten ihrem Originalzustand entsprechend
noch einmal restauriert.
Auch die im Garten der in den Jahren von 1988-1990 wiederum restaurierter und
für die Zwecke einer Ausstellung vorbereiteten Museums befindlichen Katakomben
aus byzantinischer Zeit konnten nach ihrer Instandsetzung für Besucher
zugänglich gemacht werden. Das Grabmonumenten- Museum stellt vor allem
Grabsteine aus der Zeit der Seldschuken, der Karamanogullari und der Osmanen
aus, die aufgrund des Verlustes solcher Monumente im Laufe der Zeit nur noch
sehr spärlich auf den Friedhöfen zu finden waren, und die vor allem unter
historischen und kunsthistorischen Gesichtspunkten als sehr wertvolle Werke zu
betrachten sind.
Das
Obergeschoß des Grabmonumenten- Museums wird immer noch von der "Direktion für
Monumente und Verzeichnisse" genutzt.
Die Sircali- Koranschule, die eine der bedeutendsten Koranschulen der Konya und
damit Anatoliens überhaupt darstellt, liegt in der Provinz Konya im Distrikt
Meram im Bezirk Gazialemsah. Diese mit offenem Innenhof, zwei Vorhallen und zwei
Stockwerken ausgestattete Koranschule wurde in der Zeit von Giyaseddin Keyhusrev
II. von Bedreddin Muslih erbaut. Die wichtigen Gebäudeabschnitte sind aus
behauenen Steinen, die übrigen aus Bruchsteinen erbaut. Nach Durchführung der
unterschiedlichsten Veränderungen wurde sie bis zum Jahre 1924 in ihrer
eigentlichen Funktion als Koranschule genutzt.
Die rechteckige Vorderfassade der sich in west-östlicher Richtung erstreckenden
Koranschule ist aus behauenen Steinen. Das eine Ausbuchtung nach vorne
aufzeigende Hauptportal ist mit verschiedenen geometrischen Verzierungen und
arabischen Schriftzeilen dekoriert. Über dem Portal ist eine Inschrifttafel
angebracht, die an beiden Oberseiten mit Pendantdiven versehen ist. Zu beiden
Seiten sind jeweils zwei Nischen angebracht, was der klassischen seldschukischen
Bauweise eines Hauptportals entspricht. Nach Durchschreiten dieses Portals
betritt man den 5- gewölbten Vorhof.
Dieser nimmt eigentlich schon die Stelle eines zweiten Vorhofs ein. Da wir uns
hier im zweiten Stockwerk befinden, bleibt die mit verglasten Ziegeln und
Keramikfliesen bedeckten, im Stil eines Bursa- Bogens gehaltene Gewölbedecke
etwas niedrig. Zu rechter Hand befindet sich ein Grabmal, links ist ein Raum der
Koranschule angebaut. Auch das Grabmal ist mit einem kuppelähnlichen Gewölbe
bedeckt; ein Fenster öffnet sich nach außen, das andere schaut auf den Innenhof.
Wände sowie Abdeckungen sind mit verglasten Ziegeln, die im Fischgrätemuster
angeordnet wurden, verziert. Der zur linken befindlicher Raum der Koranschule
ist ebenfalls mit einem fünf Kuppelgewölbt überdeckt; auch hier öffnet sich ein
Fenster auf die Vorderfront des Gebäudes. Dieser Raum stellt den einzigen, heute
noch erhaltenen Raum der früheren Koranschule dar.
Die Koranschule umschließt einen quadratischen Innenhof, in dessen Mitte sich
ein Wasserbecken befindet. Der Innenhof ist an drei Seiten von Umgängen
umschlossen. Aus den noch erhaltenen Teilen dieser Umgänge kann geschlossen
werden, dass die Oberflächen der Wände mit verglasten Ziegeln und Keramikfliesen
in den verschiedensten Formen bedeckt gewesen sind. Rechts und links des
Innenhofes befinden sich jeweils vier Studentenzellen. Zusammen mit den im
Obergeschoß befindlichen Zimmern beträgt die Anzahl der Zimmer insgesamt 16.
Türen und Fenster dieser Zimmer öffnen sich auf den Innenhof.
Rechts und links der Hauptvorhalle befindet sich je ein überkuppeltes Zimmer.
Diese Bauweise entspricht der der klassischen Schulen, die im Winter genutzt
wurden. Die Hauptvorhalle, die den Verziertesten und prächtigsten Teil des
ganzen Bauwerkes darstellt, ist in einem ziemlich guten Zustand erhalten. Nur
die sechseckigen Keramikfliesen, die den Bogen der Hauptvorhalle bis zum Boden
bedeckt haben, und die Fliesen des oberen Teils der Vorhalle sind vom Mauerwerk
abgebröckelt und zerbrochen. Durch eine Stufe ist die Vorhalle vom Innenhof
getrennt. Die Vorderfront der Vorhalle ist mit Fliesen und Schriftzügen in den
unterschiedlichsten Formen bedeckt; die Inschriften geben durchweg Verse aus dem
Koran wieder. In der Mitte des Sechsecks, das die Bögen schmückt, findet sich
eine Inschrift über den Architekten des Bauwerks, die sagt, dass diese
Koranschule von “Meister Mehmet aus Tus” erbaut wurde. Um die gesamte
Vorderfront der Vorhalle ranken sich Schriftbordüren. In die Südwand der
Vorhalle ist die Gebetsnische eingelassen, deren Fliesen sich aber bereits von
der Wand gelöst haben. Die Keramikfliesen der Sircali- Koranschule nehmen
hinsichtlich der Keramikfliesen-Kunst einen bedeutenden Platz ein.
Schlankes Minarett-Museum (Kunstschätze aus Stein und Holz) :
Dieses Gebäude befindet sich in der Provinz Konya im Distrikt Seldschuk westlich
des Alaaddin-Hügels. Es wurde im Jahre 1264 mit der Bestimmung, dort die Lehren
des Hadis zu verbreiten, vom Vezir des zu jener Zeit herrschenden
seldschukischen Sultans Izzeddin Keykavus II., Sahip Ata Fahreddin Ali, erbaut.
Der Baumeister des Gebäudes ist Abdullah, Sohn des Keluk.
Diese Hadis-Schule gehört zur Gruppe der Koranschulen der seldschukischen
Periode, deren Innenhöfe überdacht waren und nur eine Vorhalle hatten. Das an
der Ostseite befindliches Hauptportal ist eines der schönsten Beispiele für das
Steinmetz- Kunst in der seldschukischen Periode.
Der über dem Portal angebrachte Bogen wird zu beiden Seiten von drei kleinen
Säulen gehalten. Das Innere des Bogens ist mit Pflanzen- und geometrischen
Motiven verziert.
Vom
Hauptportal aus betritt man einen Raum, der mit einem Kreuzgewölbe überdeckt
ist. Dieser von außen nicht sichtbare Innenraum ist das symmetrische Gegenstück
zur eigentlichen Vorhalle des Gebäudes. Zwei Nischen, die an den Seitenwänden
dieses Raumes angebracht sind, verleihen ihm eine besondere architektonische
Ästhetik.
Vom mit einem Kreuzgewölbe überdachten Eingang aus betritt man den Sitzungssaal
des Gebäudes. Der mit einer Kuppel überdeckte und in der Mitte ein Waschbecken
aufweisende, quadratischen Innenhof zeigt an seiner Nord- und Südseite ebenfalls
quadratisch erbaute Studentenzellen, die eine fünf- gewölbte Bedeckung
aufweisen. Der Übergang zur Kuppel wurde mit Hilfe von Pendantdiven gestaltet.
In die Trommel der Kuppel sind in kufischer Schrift gehaltene Koranverse
eingelassen. Das Innere des Gebäudes wird mit Hilfe von quadratischen sowie
schmalen länglichen Fenstern und durch den von der Decke der Kuppel
herabhängenden Kronleuchter erhellt.
Gegenüber dem Eingang erhebt sich eine Vorhalle mit niedrigem Gewölbedach, die
vom Innenhof durch drei Stufen getrennt ist. Zu beiden Seiten der Vorhalle
befindet sich je ein quadratisch angelegtes, überkuppeltes Lehrzimmer.
Die Vorderfront dieses monumentalen Gebäudes ist aus behauenen Steinen
errichtet; die Fassaden der Seitenwände sind aus Bruchsteinen erbaut. Die
Verwendung von Ziegeln in den Innenräumen diente sowohl statischen als auch
dekorativen Zwecken.
Von dem sich nördlich an das Gebäude anschließenden kleinen Gebetsraum ist heute
nur die mit Ziegeln bedeckte Gebetsnische erhalten. Der Sockelteil des dem
Gebäude seinen Namen gegeben habenden Minaretts ist mit großen, gleichförmigen
Hausteinen bedeckt, der Schaft dagegen zur Gänze mit Ziegeln. Der heute noch
erhaltene Wellenteil des Minaretts ist achteckig und leicht nach außen
vorgewölbt. Die den Minarette Schaft umgebenden Ziegel sind aus weißer,
türkisfarben bemalter Keramik hergestellt. Das Minarett wies ursprünglich zwei
Umgänge auf, jedoch hat ein Blitzeinschlag im Jahre 1901 einen dieser Umgänge
zerstört.
Bis zum Ende des 19. Jh. wurde diese Koranschule ihrer eigentlichen Bestimmung
gemäß genutzt. Es ist bekannt, dass sie in den Jahren zwischen 1876-1899
größeren Wartungsarbeiten unterzogen wurde. Im Anschluss an verschiedene
Restaurationsarbeiten, die zur Zeit der Republik im Jahre 1936 begonnen hatten,
wurde das Gebäude im Jahre 1956 als Museum für Stein- und Holzkunstwerke
eröffnet.
Im Museum sind in Schnitztechnik gefertigte, auf Holz und Marmor gearbeitete
Bau- und Wartungsinschriften der Seldschuken und Karamanogullari, in der Festung
Konya gefundene Hochreliefs, Fenster- und Türflügel aus Holz, die mit in
Schnitztechnik herausgearbeiteten Pflanzen- und geometrischen Motiven verziert
sind, Beispiele verzierter Holzdecken sowie aus Marmor gearbeitete Grabstelen
und -särge ausgestellt.
Der zweiköpfige Adler, ein Symbol der Seldschuken, deren Hauptstadt für einige
Zeit Konya war, sowie geflügelte Engelsfiguren zählen weiterhin zu den schönsten
Stücken, die in diesem Museum zu besichtigen sind.
Ethnografisches Museum:
Das
eigentlich zum Zwecke der Grundschulausbildung errichtetes Bauwerk wurde im
Jahre 1975 unter dem Namen Ethnografisches Museum eröffnet. Das Kellergeschoß
des dreistöckigen Gebäudes umfasst einen Fotoraum, ein Archiv, verschiedene
Lagerräume, einen Heizungsraum sowie eine Abteilung für Teppiche und
Wandteppiche, die aber noch nicht vollständig fertig gestellt und deren
Eröffnung für das Jahr 1998 geplant ist.
Das Erdgeschoß umfasst die Ausstellungsräume und den unter Leitung von Dr.
Mehmet Önder eingerichteten Konferenzsaal, im Obergeschoß finden sich Büros,
Verwaltungseinheiten, eine Bücherei sowie Lagerräume für
Ausstellungsgegenstände.
Der Ausstellungsraum zeigt ethnografische Werke, die auf dem Wege des Ankaufs,
als Geschenk und auch durch Überlassung anderer Museen in dieses Museum
verbracht werden konnten und von denen die meisten aus Konya selbst oder aus der
unmittelbaren Umgebung stammen.
Unter den Ausstellungsstücken finden sich gehäkelte Spitzen, Geldbeutel in
verschiedenen Ausführungen und in verschiedener Größe, aus unterschiedlichen
Materialien hergestellte und auf eben solche Weise bestickte Einschlagtücher,
viele Arten von Kopftüchern, Schals und Gesichtsschleiern, Musterbeispiele
türkischer Stoffe, bestickte Braut- und Festkleider, Bortenbesetzte Jacken,
Kaftans, Beispiele für Unterwäsche und weite Pluderhosen, Beispiele für
Frauenschmuck wie Gürtelschnallen, Armreifen, Fes-Halter, Kopfschmuck aus
Münzen, der weiteren Kaffeetassen und -töpfe, Pfannchen zum Rösten des Kaffees,
Kaffeemühlen, Sets für die Kaffeezubereitung, irdenes Küchengeschirr sowie
solches aus Glas und Porzellan, Utensilien für das Bad, Kerzenhalter,
Weihrauchgefäße und Rosenwasser-Sprinkler, aus verschiedenen Materialien
hergestellte Gebetsketten, Schreibgeräte und Utensilien für die
Schönschreibekunst, Truhen und Koranschemel, Schönschriftbeispiele sowie
Schrifttafeln, mit Perlmutt eingelegtes Mobiliar aus Holz sowie verschiedene
dazugehörige Gegenstände, Beispiele für Teppiche, Wandteppiche und Vorleger der
seldschukischen, osmanischen und republikanischen Periode, Waffen der
osmanischen und republikanischen Periode wie Pfeil und Bogen, Köcher, Dolch,
Schwerter, Ladegewehre und -pistolen sowie die zum Gebrauch dieser Waffen
benötigten Utensilien.
Hagia Helene-Kirche in Sille:
Sille ist ein Siedlungsgebiet in der Provinz Konya im Bereich des Distriktes
Seldschuk, 7 km vom Stadtzentrum entfernt.
Im Jahre 327 n. Chr. besuchte die Mutter des damaligen byzantinischen Kaisers
Konstantin, Helena, auf ihrer Pilgerreise nach Jerusalem auch Konya. Hier
sah
sie reich verzierte Tempel der frühchristlichen Zeit und beschloss für die
Christen auch in Sille ein solches Gotteshaus errichten zu lassen.
Sie selbst wohnte der Feier anlässlich der Grundsteinlegung dieser Kirche im
Namen des Mihail Arkhankolos bei. Da die Kirche über die Zeit hinweg mehrmals
restauriert wurde, ist sie heute noch erhalten.
Angebracht an der Oberseite des Kircheninnenraums, gibt uns eine in hellenischer
Schrift gehaltene türkische Inschrift Auskunft über Bau und Werdegang dieser
Kirche. Die Inschrift ist in das Jahr 1833 datiert. Oberhalb dieser Inschrift
befindet sich eine weitere, die uns in drei Zeilen mitteilt, dass die Kirche z.
Z. der Herrschaftsperiode von Sultan Mecit ein viertes Mal erneuert worden war.
Die Kirche wurde unter Verwendung von regelmäßigen Hausteinen aus Sille erbaut.
In ihrem Innenhof finden sich in die Felsen eingelassene Zimmer. Die sich nach
Norden öffnende Eingangstür der Kirche führt in den äußeren Narthex. Hier sieht
man Steintreppen, die zu beiden Seiten in die Frauenabteilung hinaufführen. Die
Zentralkuppel der Kirche ruht auf vier massiven Säulen; die Kirche selbst ist
dreischiffig. Das Innere der Kirche beherbergt einen mit Stuck verzierten
Predigerstuhl aus Holz sowie ein mit Stuck verziertes Holzgitter, das die Apsis
vom Hauptraum trennt; auch diese Konstruktion ist als ein Meisterwerk zu
betrachten. Auf den Übergängen in die Kuppel und den Stützpfeilern finden sich
Abbildungen von Jesus, der Maria und den 12 Aposteln.
Eflatun- Quelle- Monument ::
Dieses Monument befindet sich in der Provinz Konya im Distrikt Beysehir im Dorf
Eflatunpınar. Das erste Mal machte W. J. Hamilton im Jahre 1849 Wissenschaftler
auf das Bauwerk aufmerksam. Später veröffentlichten F. Sarre und J. Garstang
Publikationen zu diesem Bauwerk.
Das Monument hat die Form eines Reliefs auf quadratischen Steinblöcken, die sich
auf den Endpunkten eines Aquädukts erheben. Diese Reliefs, von denen inzwischen
nicht mehr viel zu erkennen ist, sind auf vierzehn große Steinquader an der
Vorderseite des Bauwerks eingelassen. Der Grundplan des Monuments ist nicht
bekannt.
Dieses Monument ist kleiner als die meisten anderen freistehenden Monumente. Das
Relief ist nicht in natürliche Steinquader eingelassen, sondern durch die
Zusammensetzung von mit Figuren versehenen Steinblöcken entstanden. Das
Entstehungsdatum des Wasserbeckens dieses Monuments, das sich direkt neben einer
Wasserquelle befindet, ist nicht bekannt.
Fasıllar:
Das Fasıllar- Monument befindet sich am westlichen Abhang eines nördlich des
Dorfes Fasıllar gelegenen Hügels im zu Konya gehörenden Distrikt Beysehir.
Ramsay hat über dieses Monument geforscht und Veröffentlichungen herausgegeben.
Es wurde aus einem Basaltblock von etwa 70 t Gewicht erbaut. Da sich das
Monument in der Nähe eines vormals betriebenen Steinbruches erhebt, ist die
Vermutung entstanden, dass es eigentlich an einem anderen Orte aufgestellt
werden sollte, aber aus nicht bekannten Gründen an diesem unpässlichen Ort
belassen wurde. Das Monument zeigt einen Haupt- und einen Nebengott sowie zwei
Löwen.

Das eine Bein des Gottes ruht auf dem Löwen, das andere (linke) Bein ruht auf
der Gestalt des Berggottes. Gleich neben dem Berggott ist ein weiterer Löwe
abgebildet, der der ersteren ähnelt.
Da einige Stellen des Monuments keine Detailbearbeitung aufweisen und wiederum
andere nur in sehr grober Weise bearbeitet worden sind, so liegt die Vermutung
nahe, dass das Monument zu dem Zweck, es an einer weit sichtbaren Stelle zu
platzieren, gefertigt worden war.
Hettitische Monumente sind in der Regel in einen natürlichen Felsen eingelassen,
der zuerst geglättet und dann mit Reliefwerken verziert wurde. Jedoch zeigt das
Fasıllar- Monument figürliche Abbildungen auf einem großen, aus nur einem Stück
bestehenden Felsblock.
Wegen der Ähnlichkeit den auf dem Monument abgebildeten Figuren mit denen der
Figuren des Eflatunpınar- Monuments und den in Alacahöyük gefundenen Orthostaten
wird vermutet, dass es sich hier um ein Überbleibsel aus der Periode Tuthalia
IV. handelt.
Karahöyük:
Einer der wichtigen historischen Schauplätze in der Provinz Konya, die bis heute
erforscht wurden und noch weiter erforscht werden müssen, ist Karahöyük. Der Ort
hat seinen Namen vom benachbart gelegenen Dorf Karahöyük erhalten. Dieses 15 km
nordöstlich des Provinzzentrums an der nach Hatip führenden Straße gelegenes
Dorf ist heute innerhalb der Grenzen der Provinz Konya verzeichnet.
Wissenschaftliche Arbeiten in Karahöyük begannen am 17.9.1953 unter der Leitung
von Prof. Dr. Sedat Alp in Zusammenarbeit mit dem Türkischen Geschichtszentrum,
des der Ankara-Universität angegliederten Forschungszentrums für Mittelanatolien
sowie der Generaldirektion für Staatliche Museen. Im Jahre 1959 und von
1967-1970 ruhten die Ausgrabungen, die aber danach erneut aufgenommen wurden.
Karahöyük war wie heute auch schon in früheren Zeiten ein wichtiger
Kreuzungspunkt, an dem sich die von Nord nach Süd und von West nach Ost
führenden Wege trafen. In der Zeit des Hettiterreiches ist die Region Konya an
Kulturformen der Göttin Huassana von Hupisna (Eregli “Kybistra”) gebunden und
gehört zur Sprachengruppe der Luvi.
Die bis heute in Karahöyük herausgeholten Funde geben Auskunft über kulturelle
und Handelsbeziehungen jener Zeit. Hinsichtlich der Siegelkunst der
prähettitischen Periode stellt die südliche Region Mittelanatoliens das
wichtigste Zentrum dar. Wandbemalungen, Geschirrmarkierungen und spezielle
Siegel sind hilfreich bei der Erforschung der frühen Perioden anatolischer
Schriftkunst. Weitere Funde zeigen uns Wasserkrüge mit schnabelförmiger Tülle,
Tassen, Wasserkrüge mit blütenförmigem Rand, Libations. Gefäße und Geschirr in
der Form von Traubendolden. Hufeisenförmige, versiegelte Altäre, Herde und
halbmondförmige Spangen und Schaufeln zählen zu den charakteristischen Werken
jener Zeit.
Das Ergebnis der Forschungen förderte 27 Bebauungsschichten zutage, wobei der
eigentliche Mutterboden in der als C-Grube bezeichneter Schicht in 29.10 m Tiefe
lokalisiert wurde. Oberhalb dieses Mutterbodens erhebt sich eine 1.5 m dicke
Schicht, die die gesamten dort gefundenen Kulturschichten enthält.
Die einzelnen Schichten:
Die Schichten I-III enthielten Materialien des ersten Viertels des 2.
Jahrtausends v. Chr. Die in der ersten Schicht gefundenen Stempelsiegel lassen
sich in das Endstadium der Periode der assyrischen Handelskolonien datieren.
Die Schichten IV-XI zeigten Funde von Keramiken, die unter dem Namen
“Intermediate (Zwischenschicht)” bekannt sind. Diese Keramiken sind am
dichtesten in der V. und VI. Schicht gelagert.
Die Schichten XII-XXII enthalten Keramiken von der Art, die von Blegen als
“frühe ägäische Keramik” bezeichnet hat und die auch in den mittleren und späten
Abschnitten von Troja 1 gefunden wurden.
Die Schichten XXII-XXVII schließlich enthalten trotz ihrer Funde, die noch aus
der Vorzeit der Zivilisation von Troja 1 stammen, keine charakteristischen Werke
des Kalkolithikums.
Diese Funde zeigen uns, dass Karahöyük in der frühen und mittleren Bronzezeit
ein Siedlungsgebiet war, auf dem sich in ununterbrochener Folge
Kulturformationen niedergelassen hatten. Die erhaltenen Funde legen dar, dass
Karahöyük kulturelle und Handelsbeziehungen zu solchen Siedlungsgebieten wie
besonders der Kappadozien- Region um Kültepe in der Gegend des Roten Flusses, zu
Alisar, Bogazköy, Avcemköy, Gordion, Troja, Karatas Semahöyük, Tarsus,
Tell-Acana, zu Zypern, Syrien, Mesopotamien und zur griechischen Inselwelt
unterhielt. Zu Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. wurde Karahöyük sehr
wahrscheinlich von mit den Luvi vermischten hettitischen Ethnien bewohnt, die
unter dem Einfluss der Hettiter standen.
Palast von Kubad-Abad :
Der Palastkomplex von Kubad-Abad, von dem schon der berühmte seldschukische
Historiker Ibn Bibi in seinem Werk “Seldschukname” sprach und der auf Anordnung
des Sultans Alaaddin Keykubad I. (1220-1236) erbaut wurde, ist der bis heute
einzig erhaltene Palastbau der Seldschuken. Kubad-Abad, das zur Zeit der
anatolischen Seldschuken neben einer Stadt gleichen Namens angelegt worden war,
wurde in späterer Zeit verlassen und versank im Dunkel der Geschichte.
Nach
Hinweisen von Ibrahim Hakki Konyali und Prof. Dr. Osman Turan, nach denen dieser
Palast in der Umgebung von Beysehir zu lokalisieren sei, gelang es dem Direktor
des Museums von Konya, Zeki Oral, im Jahre 1949 den Ort des erwähnten Palastes
aufzufinden. Der Palast von Kubad-Abad, der im Anschluss an die im Jahre 1952
unter der Leitung von Zeki Oral, in den Jahren 1965-66 unter der Leitung von
Katharina Dorn und im Jahre 1967 unter Leitung von Mehmet Önder gemachten
Sondierungen und Ausgrabungen über lange Zeit hinweg sich selbst überlassen
wurde, erfuhr im Jahre 1980 ein erneutes Interesse seitens Prof. Dr. Rüchan
Arik, die wiederum an dieser Stelle mit systematischen Ausgrabungen begann. Die
im Palastkomplex von Kubad-Abad in der Umgebung des kleinen Palastes von Prof.
Dr. Rüchan Arik begonnenen Ausgrabungen bewiesen, dass der des Weiteren
ausgegrabene Mädchenturm und das Umland von Kubad-Abad in Verbindung mit dem
Palastkomplex standen. Desgleichen wurden auch im Seldschuken- Pavillon von
Malanda Untersuchungen und Ausgrabungen vorgenommen.
Während der o. erw. Ausgrabungstätigkeiten wurden das Hauptgebäude des
Mädchenturms, Keramikfliesen der dort befindlichen Bäderabteilung, wichtige
Teile des am Ufer des Sees gelegenen Palastkomplexes sowie bauliche Überreste
aus der Umgebung des kleinen Palastes zutage gefördert. Außerdem wurde durch die
am Malanda- Pavillon durchgeführten Sondierungsarbeiten der Grundriss des noch
vorhandenen Teils des Bauwerkes erschlossen. Die Ausgrabungen brachten zahllose
Fliesen, Keramiken, Stuck, Glasgefäße und Münzen der seldschukischen Periode ans
Tageslicht. Unterhalb der seldschukischen Siedlungsschicht in der Umgebung des
kleinen Palastes fanden sich prähistorische Überreste und weitere Funde
kleineren Ausmaßes.
Die antike Stadt Astra im Landkreis Hadim Bolat in Konya:
Die antike Stadt Astra liegt auf dem Temasalik- Hügel im Landkreis Bolat des
Distrikts Hadim in der Provinz Konya. Sie ist 7 km nordwestlich (Vogelfluglinie)
von Hadim und 5 km südwestlich im Landkreis Bolat zu lokalisieren.
Da hier meistens illegale Ausgrabungen durchgeführt wurden, stellte man für das
Gebiet schließlich im Jahre 1966 einen Wachposten ab. Es wurde der Direktion des
Museums von Konya unterstellt und als Ruinenfeld ausgewiesen.
Verkehrsverbindungen :
Auf der asphaltierten Straße, die am 17 km nach Hadim gelegenen Kreuzungspunkt
der Verbindungsstraße Konya- Hadim westwärts führt, erreicht man den Landkreis
Bolat; von hier gelangt man auf einem 6 km langen Feldweg zum Pferdeplatz. Nach
einem etwa 4 km langen, steilen und abschüssigen Trampelpfad, der nur zu Fuß
begehbar ist, erreicht man schließlich den Temasalik- Hügel mit der Stadt Astra.
Wissenschaftliche Forschungsarbeiten :
Die antike Stadt Astra wurde zum ersten Mal im Jahre 1885 von Sterret entdeckt.
Dieser hatte sich jedoch nur auf die Erforschung der Inschriften konzentriert,
von denen er sieben ausgegraben hatte. Mit Hilfe dieser Inschriften wies er
nach, dass der Name der Stadt Astra gelautet haben musste. Später entdeckte die
Forscherin Hereward zwei weitere Inschriften, und im Jahre 1966 wurden von
Mitford noch einmal 16 Inschriften aufgefunden. Mit Ausnahme des Lesens einiger
Inschriften wurden aber in der Stadt Astra keine weiteren wissenschaftlichen
Arbeiten vorgenommen; erst 1992 begannen unter der Leitung des Archäologen Osman
Ermisler Säuberungs- und Sondierungsarbeiten, die dieser durch ein Team
ausführen ließ. Diese Arbeiten wurden auch in den Jahren 1993 und 1994
fortgeführt. So wurde der Grundriss der Stadt zutage gefördert, die Spuren
vorheriger Plünderungen so weit wie möglich beseitigt und die Bauwerke geortet
und definiert. Ausgrabungen förderten Kirche und Auditorium zutage, von denen
Pläne und Verzeichnisse erstellt wurden. Es zeigte sich, dass die Nekropole zwei
typische Isaura- Gräber enthielt. Durch genaues Studium der Inschriften konnte
schließlich bewiesen werden, dass die Stadt sich selbst verwaltete und als ein
dem Isaurus- Kult verbundener Ort gelten musste. Der geöffnete Keramik-Brennofen
gab Hinweise darauf, dass hier zur Astra- und römischen Periode Keramik
hergestellt wurde.
Lage :
Die antike Stadt Astra liegt im nördlichen Abschnitt des Tauros- Gebirges in der
Region Isaura. Sie bildete mit zwei weiteren wichtigen Städten der Provinz
Isaura, Isaura und Astanada, ein wichtiges Handelsdreieck; o. erw. Städte sind
von Astra aus mit bloßem Auge zu erkennen. Durch eine Inschrift, die Hinweise
auf eine von einer reichen Person aus Isaura gemachte Tempelspende enthielt,
konnte das Bestehen von Beziehungen zu Isaura nachgewiesen werden.
Handelsbeziehungen zum pysidischen Antiochia ergaben sich aus den Funden von
zwei Antiochia- Münzen der römischen Zeit.
Die Stadt liegt auf dem ebenen Gipfel des sich in west-östlicher Richtung
erstreckenden Temasalik- Hügels, der sich 1760 m hoch erhebt. Die sich in der
Mitte des Gipfels in west-östlicher Richtung länglich erstreckende Agora zeigt
an ihren beiden Enden eine Aufreihung von wichtigen Gebäuden. Die Umgebung ist
mit Bruchsteinen aufgefüllt, und am östlichen, südlichen und nördlichen Abhang
des von hohen Mauern umgebenen Hügels liegen viele der römischen Periode
zuzurechnende private Gebäude und Häuser im Erdreich vergraben. Eine westlich
gelegene und eine östlich gelegene Nekropole sind zu sehen. Diese zeigen in
großer Zahl Urnenstelen und Grablöwen. Am Westrand der westlich gelegenen
Nekropole und an den Ostabhängen des sich südwestlich davon befindenden Kuralan-
Hügels sind die Almhütten des Dorfes Bolat angesiedelt. Diese aus einfachen
Bruchsteinen ohne Füllmaterial und mit Erde bedeckten Almhütten, die nur einen
Raum aufweisen, wurden vor etwa 80-100 Jahren errichtet und sind heute
größtenteils verfallen.
Bauwerke der Stadt :
Der Weg, der seinen Ausgang von der Devler Gedigi- Ebene nimmt, die der
westlichen Nekropole benachbart ist, führt in den mittleren Abschnitt der am
Südabhang des Temasalik- Hügels gelegene Mauer. Dieser Weg ist steil und eng. Am
Eingang der Stadt führt ein Tor auf die Agora. Am südlichen Rand der Agora
erstreckt sich der Marktplatz, in östlicher Richtung sind Überreste des Tempels
des Zeus Astragos zu sehen. Gegenüber der Tür im westlichen Abschnitt der Agora
finden sich zwei Heroon- Überreste. Westlich an die Agora schließt sich die hoch
gelegene, von hohen Mauern umgebende Festung an. Der durch einen Bogen
abgeschlossener Eingang dieser Festung befindet sich an der Ostseite. Im
nördlichen Abschnitt der Festung ist eine weitere Tempelruine zu sehen. Dass
hier einmal ein Tempel stand, ergab sich aus der dort gefundenen Inschrift.
Am nordwestlichen Rand der Agora ist das aus römischer Zeit auf uns gekommene
Auditorium angelegt. Östlich anschließend an das Auditorium, das halbkreisförmig
erbaut wurde und einen Durchmesser von 8 m mit 9 Stufenreihen aufweist, wurde im
5.-6. Jh. n. Chr. eine Kirche errichtet, die den Grundriss einer dreischiffigen
Basilika zeigt und als Folge von Aufräumarbeiten gefunden wurde. In jener Zeit
wurde das Auditorium vermutlich auch als Versammlungsort für Kirchenbesucher
genutzt. Das östliche Tor der Stadt führt zur östlich gelegenen Nekropole. Am
östlichen Rand dieser Nekropole findet sich ein Monumentalgrab, dessen westlich
gelegener Eingang von hohen Mauern umgeben ist. Das Innere dieses Grabes zeigt
einen Schiffssarkophag. Nordwestlich dieses Grabmals sieht man ein Heroon. Durch
den an gleicher Stelle geöffneten Keramikbrennofen konnte bewiesen werden, dass
hier in römischer Zeit im 2.-3. Jh. n. Chr. Keramik produziert worden war. Nur
Brennrost und Brennkammer sind noch erhalten. Die im Ofen gefundenen bedruckten
Schüsseln und Geschirrteile sind sehr interessante Kunstwerke.
Weitere Ausgrabungen in der antiken Stadt Astra können für die Archäologie sehr
interessante Ergebnisse zeitigen.
Catalhöyük:
Catalhöyük liegt an den Grenzen des Distrikts Cumra der Provinz Konya 10 km im
Osten des Landkreises. Der eigentliche Grabhügel setzt sich zusammen aus einem
ebenen Hügel und zwei Hügeln unterschiedlicher Höhe. Aus diesem Grund verglich
man den Hügel mit der Form einer Gabel, was zu der gen. Namensgebung führte.
Catalhöyük wurde im Jahre 1958 von J. Mellaart entdeckt, der in den Jahren
1961-1963 dort Ausgrabungen leitete. Im Ergebnis der am Westabhang des höher
gelegenen Hügels gemachten Ausgrabungen zeigte sich, dass hier ein Ort mit 13
Besiedlungsschichten vorliegt. Die erste Besiedlungsschicht kann auf die Jahre
5500 v. Chr. datiert werden. Diese durch stylkritische Vergleiche ermittelte
Datierung wurde auch durch die C-14-Methode bestätigt. Diese besonderen Funde
einer frühen Besiedlung, des frühen Hausbaus und der frühen Errichtung von
Tempeln zeigen uns, dass hier ein Zentrum vorliegt, das Licht auf die Geschichte
der Menschheit zu werfen vermag.
Die am besten erforschten Siedlungsschichten sind die 7. und die 11. Schicht.
Die mit quadratischen Mauern umgebenen Häuser wurden nebeneinander erbaut.
Gemeinsame Mauern gab es aber nicht, denn jedes Haus verfügte über seine eigenen
Mauern. Die Häuser weisen einzelne Grundrisse auf; im erforderlichen Falle wurde
ein weiteres Haus daneben errichtet. Aufgrund der zusammengefügten Mauern der
einzelnen Häuser waren in der Stadt keine Straßen oder Gehwege vorhanden; der
Zugang zu den Häusern war nur über die Flachdächer möglich. Die Stadt schützende
und sie umgebende Festungsmauern wurden nicht gefunden. Die für den Hausbau
verwendeten Materialien waren Ziegel, Holz und Schilfrohr. Die Tiefe der Häuser
ist nur von geringem Umfange. Zwischen den einzelnen Hauswänden wurden jedoch
auch Hinweise auf gepflanzte Bäume gefunden. Dieses Baumgeflecht bereitete sich
dann über die gesamten Dächer aus, deren eigentliche Bedeckung aus auf
Schilfrohr festgestampfter Tonerde bestand. Die Häuser waren einstöckig, und der
Zugang vom Dach aus erfolgte mit Hilfe einer Leiter durch ein dort befindliches
Eingangsloch. Jedes Haus bestand aus einem Zimmer und aus einem Vorratsraum. Im
Inneren der Zimmer waren viereckige Öfen, am vorderen Teil der Hauswände etwa
10-30 cm hohe Steinbänke und in den Wänden quadratische Nischen angebracht. Die
Wände waren verputzt und mit weißer Farbe gestrichen, auf die man dann mit
gelber, roter oder schwarzer Farbe malte. Als heilig gehaltene Zimmer waren
größer als die übrigen. Neben den auf den Wänden dieser Häuser befindlichen
Zeichnungen waren Stier-, Widder- und Hirschköpfe mit festgestampftem, zur
Konservierung dienendem Ton befestigt; Siegesabzeichen wurden auf die Wand
appliziert. Außer den erwähnten Abbildungen finden sich auch in Relieftechnik
herausgearbeitete Menschen- und Tierfiguren. Früheste Wandmalereien in
Catalhöyük wurden in der 10., spätere in der 11. Siedlungsschicht gefunden.
Jedoch enthielten die 5.-7. Siedlungsschicht die schönsten und als am weitesten
entwickelt zu betrachtenden Malereien. Diese stellen die Fortführung der
Tradition der Felsenmalerei dar, die von im Paläolithikum lebenden Menschen auf
die Wände der von ihnen bewohnten Höhlen aufgetragen wurden. Sie sind gewöhnlich
im Glauben an den Segen und die Wohltaten einer Jagd entstanden. Mit Beginn der
späten Periode zeigen diese Wandmalereien weniger Szenen aus dem häuslichen
Leben als vielmehr Vogelmotive und geometrische Muster.
Es wird vermutet, dass die auf den Wänden abgebildeten kopflosen
Menschenfiguren, die von Geiern zerrissen werden, mit den Gebräuchen des
Leichenbegräbnisses zusammenhängen. Die Knochen, die nach dem Verzehr der
fleischlichen Teile durch die Geier als gereinigt angesehen werden konnten,
wurden gesammelt, in Schilfmatten eingewickelt und anschließend unter den im
Haus befindlichen Zeichen vergraben. Bei unterhalb dieser Zeichen gemachten
Ausgrabungen traten zahlreiche Skelette zutage. Als Grabbeigaben wurden aus
Knochen hergestellte Werkzeuge, bunte Steine, Steinäxte als Schneidwaffe und aus
Muschelschalen gefertigter Schmuck dem Toten beigelegt. Die bei Ausgrabungen in
Catalhöyük gefundenen Figürchen in Form von Statuen geben uns eigenständige
Informationen über die Kultur einer Muttergottheit sowie die Anfänge dieser
ihrer Verehrung und über den Glauben jener Zeit. Diese Statuettenfigürchen, die
aus gebranntem Ton und Stein hergestellt worden waren, sind zwischen 5-15 cm
groß. Sie zeigen dicke Frauen mit großen Brüsten und weit ausladenden Schenkeln,
die manchmal auch im Zustand des Gebärens abgebildet worden waren. Diese so
dargestellten Besonderheiten zeigen Wohlstand und Segen an. Fast alle in
Catalhöyük gefundenen Werkzeuge wie Äxte und flache Teller waren aus gebranntem
Ton oder aus Stein gearbeitet; sie zeigen ebenso wie die zu Dekorationszwecken
dienenden Armreifen und Halsketten in Hochrelieftechnik gearbeitete Motive der
Segensgöttin. Die am gleichen Ort gefundenen schwarzen und ziegelroten Schüsseln
und Gefäße wurden ohne Verwendung der Tonscheibe aus grobkörnigem, gebranntem
Ton hergestellt. Auch die Muttergöttin und andere heilige Tierfiguren bestanden
aus gebranntem Ton. Zu den wichtigsten, in Catalhöyük gebrauchten Werkzeugen
zählen aus Knochen gefertigte Schneid- und Bohrwerkzeuge sowie Pfeil- und
Speerspitzen aus Obsidian.
Bis zum Jahre 1996 waren die Ausgrabungen in Catalhöyük unterbrochen; mit Beginn
dieses Jahres wurden sie unter der Leitung von Ian Hodder durch das Britische
Archäologisches Institut wieder aufgenommen. Die bei Ausgrabungen gefundenen
Kulturschätze befinden sich alle im Archäologischen Museum zu Konya, wobei ein
Teil von ihnen in den Ausstellungsräumen zu besichtigen ist, der andere Teil in
den Lagerräumen seiner Restauration und Ausstellung harrt.
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